
Die Kfz-Innung Berlin investiert in die nachhaltige Entwicklung des Standortes in Berlin Kreuzberg.
Das Vorhaben „Smartes Kfz-Gewerbe“ lief vom 10/2024 bis 11/2025. Es wurde im Berliner Programm für Nachhaltige Entwicklung 2 (BENE 2) aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und des Landes Berlin gefördert. (Förderkennzeichen 2205-B6-A).
Im Rahmen des Projektes wurden uns im Jahr 2024 Fördermittel in Höhe von 299.979 € bewilligt.
Welche Ziele verfolgt unser Projekt?
Ziel des modellhaften Vorhabens ist die Steigerung der Energieeffizienz des Hauses der Kfz-Gewerbes Berlin durch klimaneutrale Erzeugung, Speicherung, effiziente Nutzung, und Einsparung von Energie.
Ursprünglich wurde eine komplette Einrichtung eines modellhaften Smart Grids (intelligentes elektrisches Hausnetz) im Haus des Kfz-Gewerbes geplant, in dem die Erzeugung, Speicherung und effizienten Nutzung von Energie implementiert werden sollte.
Die Steigerung der Energieeffizienz sollte mit folgenden Teilzielen erreicht werden:
- Nutzung von Abwasser- und Abluftwärme;
- Unterstützung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und deren Zwischenspeicherung,
- Implementierung intelligenter Steuerungssysteme für Energieerzeuger und -verbraucher,
- Verknüpfung und Ergänzung der vorhandenen Energieinfrastrukturen für Strom, Wärme (Abwärme) und Mobilität,
- Einbindung von bi-direktional ladefähigen Fahrzeugen und smarter Ladeinfrastruktur,
Für die konkrete Umsetzung der ehrgeizigen Ziele waren folgende Maßnahmen/Systeme innerhalb des Projektes geplant:
- Erweiterung der bestehenden PV-Anlage durch PV auf dem Dach sowie der Fassade
- Stationärer Stromspeicher
- Ladesäule zum smarten und bi-direktionalen Laden
- Bi-direktional ladefähiges Fahrzeug
- Smartes Wärmerückgewinnungssystem
- Wärmeerzeugung durch Wärmepumpe
- Energiemanagementsystem
Aufgrund der Vorgaben der Förderrichtlinien wurde unser Vorhaben in 2 Teilprojekte gesplittet. Das Projekt zum Förderschwerpunkt 6 (Fahrzeuge mit innovativem Antriebssystem und Ladesäule) wurde in der o. g. Höhe bewilligt. Das Teilprojekt zum Förderschwerpunkt 1 (Energieeffizienz) hat trotz der eingereichter Projektskizze leider noch nicht die Zustimmung des Senatsverwaltung erhalten.
Das Projektende im Förderschwerpunkt 6 wurde aufgrund Beschaffungsprobleme verschoben und schließlich auf dem 15.11.25 gelegt. Die Ausschreibung der Lieferung des Elektrofahrzeuges verlief eher unspektakulär, wir haben ein Fahrzeug mit einer CO2-Wärmepumpe gewählt um eine Integration des Fahrzeugs im technischem Unterricht zu Thema Effizienzsteigerung von E-Fahrzeugen ermöglichen zu können. Das Auto wird bereits aktiv genutzt und trägt bei zu den angepeilten Zielen der CO2-Emissionsreduktion.
Bei der Wahl und Beschaffung der Ladestation mussten wir für uns komplett neue Wege bestreiten. Die Hauptfrage, die uns beschäftigt hat, war relativ komplex: Welche Ladesäulen auf dem Markt unterstützen von die uns gewünschte Performance, wie z. B. integrierter Speicher, Kompatibilität mit der smarten Steuerung bei der Rückspeisung des Energie ins Hausnetz, normative Vorgaben der Stromversorger bei der Netzrückspeisung etc. Nach dem sehr mühseligen Prozess der Ausschreibung konnten wir endlich den Auftrag vergeben, die Ladesäule wurde trotz Verzögerungen doch noch rechtzeitig fertiggestellt. Die erforderliche Parametrisierung der Lade- und Entladesteuerung hatte ebenfalls einige Tücken, da auf unsere neue Ladestation nicht die klassischen Einsatzbedingungen einer Ladeinfrastruktur warteten. Die Nutzung einer Ladestation für die Pufferung der Energie aus einer PV-Anlage und einem BHKW wurde bei unserem Ladesäulenhersteller bis jetzt nicht praktiziert.
Erst nach der Winter- und Sommersaison werden wir in der Lage sein, zu berechnen, ob die angepeilten CO2-Einspareffekte wie gewünscht eingetreten sind und die vorgenommen Einstellungen am smarten Energiemanagement-System korrekt waren. Sollten sich unsere Annahmen bewährt haben, werden wir interessierten Inhabern der Kfz-Betriebe unser System präsentieren und sie animieren, in ähnliche smarte Energiemanagementsysteme zu investieren. Gerade die Betriebe, die über PV-Anlagen verfügen und gleichzeitig viele E-Fahrzeug-Kunden im Bestand haben, können mit solchen Maßnahmen für nachhaltige Energieeinsparung sorgen. Unser Projekt sollte eine gutes Beispiel für Einsparung der CO2-Emissionen sein, das sowohl der Umwelt als auch der Brieftasche des Unternehmers positive Effekte bringen kann. Diese Kombination der Ergebnisse kann helfen, die Bereitschaft der Betriebsinhaber zu steigern, nachhaltige Investitionen in die Effizienzsteigerung der Gewerbeimmobilien zu tätigen.
Wir wollen an dieser Stelle uns bei den Mitarbeiterinnen der B.&S.U. Beratungs- und Service-Gesellschaft Umwelt mbH bedanken, die uns bei der Projektdurchführung fachlich unterstütz haben. Dank ihren Support konnten wir das Projekt erfolgreich und rechtzeitig beenden.



